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M+E-Umfrage: Saarländische M+E-Betriebe noch immer stark von Corona beeinträchtigt

Die Corona-Pandemie hat die Unternehmen der Metall- und Elektrobranche im Saarland weiter im Griff. Noch immer ist jedes fünfte Unternehmen stark (9,6 Prozent) oder sehr stark (11,5 Prozent) von der Pandemie betroffen. Das hat die jüngste Umfrage unter 69 Mitgliedsunternehmen von ME Saar und UV Saar mit insgesamt fast 38.000 Beschäftigten ergeben. Gleichzeitig ist Besserung in Sicht. Etwas mehr als die Hälfte (55,8 Prozent) der befragten Betriebe geben an, dass sie nur noch geringe oder keine Produktionseinschränkungen mehr haben. Bei der letzten Umfrage im Oktober waren es 45,3 Prozent.

Im Vergleich mit dem Bund sind saarländische Unternehmen damit etwas stärker durch die Pandemie belastet als der Bundesdurchschnitt. Bei einer Umfrage des Dachverbandes Gesamtmetall haben 15 Prozent der Befragten angegeben, dass sie stark von der Pandemie betroffen sind, 5,6 Prozent sehen ihre Produktion sogar sehr stark eingeschränkt. 47,9 Prozent der Unternehmen auf Bundesebene sehen nur geringe oder gar keine Produktionseinschränkungen.

Auslastung
Bei der Kapazitätsauslastung sind im Saarland – gewichtet nach Beschäftigten – 68,5 Prozent der Kapazitäten ausgelastet, im Oktober waren es 48,7 Prozent. Damit liegt die M+E-Industrie im Saarland noch deutlich unter der mittleren Auslastung im Bund von 85 Prozent entfernt.

Rückkehr auf Vor-Rezessions-Niveau
Beim Blick in die Zukunft sind die saarländischen Unternehmen kritischer als die Branche bundesweit. Nur jedes dritte Unternehmen geht davon aus, dass der Stand der Produktion bereits das Niveau vor der Rezession erreicht hat oder noch in diesem Jahr erreicht (31,4 Prozent). Im Bund sind dies fast vier von zehn Unternehmen (38 Prozent). 19,6 Prozent der saarländischen Unternehmen erwarten eine Rückkehr bis Ende 2022, 3,9 Prozent bis Ende 2023. Im Bund sind dies jeweils 22 und 12 Prozent. Fast die Hälfte der Unternehmen im Saarland (45,1 Prozent) sagt, dass ein Zeitpunkt aktuell noch gar nicht absehbar ist, bei dem sich die Produktion wieder normalisiert hat. Im Bund sehen das knapp drei von zehn Betrieben so (28 Prozent).

Gründe für Einschränkungen
Hauptgrund der Produktionseinschränkungen sowie die reduzierte Geschäftstätigkeit ist die fehlende Nachfrage. Hier zeigen sich auch die Auswirkungen des Lockdowns, in dem Produkte nicht mehr verkauft werden. Sieben von zehn Unternehmen im Saarland (68,2 Prozent) nennen Nachfrageprobleme als Hauptgrund, sechs von zehn im bundesweiten Vergleich (59,6 Prozent). Weitere wichtige Faktoren sind fehlende Teile oder Materialien aufgrund der Lieferketten-Probleme (Saar: 31,8 Prozent, Bund 30,5 Prozent), fehlende Beschäftigte aufgrund von Krankheit oder Kinderbetreuung (Saar: 20,5 Prozent, Bund 29,7 Prozent) sowie Vorschriften und Maßnahmen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz wie beispielsweise reduzierte Personalstärken (Saar: 20,5 Prozent, Bund: 30,9 Prozent).

2021 nur wenig Wachstum
Beim Umsatz gehen die Unternehmen im Vergleich zu 2020 davon aus, dass es wenig Luft nach oben gibt. Zwar gehen im Saarland 37,5 Prozent (Bund 44,9 Prozent) der Betriebe davon aus, dass der mit der Anzahl der Beschäftigten gewichtete Umsatz um durchschnittlich 12,8 Prozent (Bund 9,5 Prozent) steigen wird, gleichzeitig erwarten drei von zehn Unternehmen (29,2 Prozent, Bund: 21,4 Prozent) einen gewichteten durchschnittlichen Umsatzrückgang um knapp ein Fünftel (19,4 Prozent, Bund 11,4 Prozent)

Kurzarbeit auf breiter Front
Noch immer ist an der Saar – und auch stärker als im Bundesschnitt – Kurzarbeit das Mittel der Wahl, um in der Pandemie Beschäftigung zu sichern. 46,2 Prozent der Unternehmen setzen bei ihrer Belegschaft weiterhin auf Kurzarbeit. 51,7 Prozent der jeweiligen Beschäftigten sind mit einer Reduzierung von 40,5 Prozent betroffen. Im Bund melden 40,5 Prozent der Unternehmen für 21,9 Prozent ihrer Beschäftigten eine Reduzierung von 35,1 Prozent. Während allerdings im Bund 12,4 Prozent der Befragten bereits Kündigungen aussprechen mussten, versuchen die saarländischen Unternehmen weitestmöglich, die Belegschaft zu halten. Hier haben erst 9,8 Prozent der Betriebe betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen.

Beschäftigungspläne wieder optimistischer als im Herbst
Bei der Beschäftigung macht sich die Krise auch bemerkbar, 27,5 Prozent der saarländischen Unternehmen wollen in diesem Jahr ihre Beschäftigung verringern, 21,5 Prozent erhöhen. Allerdings sind es deutlich weniger als noch im Oktober (verringern: 43,9 Prozent, erhöhen: 2,4 Prozent). Und auch im Vergleich zum Bund sieht es bei der Beschäftigung optimistischer aus. Dort wollen 29,0 Prozent die Beschäftigung verringern (Oktober: 37,7 Prozent), 20,3 Prozent der Betriebe wollen sie erhöhen (Oktober: 14,1 Prozent).

Transformation als besondere Herausforderung an der Saar
Ganz unabhängig von Corona steht die M+E-Branche durch die Transformation durch Digitalisierung, E-Mobilität und Dekarbonisierung vor großen Herausforderungen. Die Unternehmen im Saarland sind davon in besonderem Maß betroffen. Hier gibt jeder achte Betrieb (16 Prozent) an, dass mehr als die Hälfte der Arbeitsplätze von der Transformation betroffen ist. Bundesweit ist das nur jeder elfte Betrieb (8,5 Prozent). Acht Prozent der Betriebe sehen zwischen 20 und 50 Prozent ihrer Beschäftigten als von der Transformation betroffen an – im Bund sind dies 16,2 Prozent, 14 Prozent zwischen zehn und 20 Prozent (Bund: 19,5 Prozent) sowie 30 Prozent bis zu zehn Prozent der Arbeitnehmer (Bund 29,5 Prozent).

Die Befragung fand im Zeitraum von 25.1. bis 29.1. statt. Bundesweit haben 1742 Unternehmen mit 1,14 Millionen Beschäftigten teilgenommen. Das sind rund 24 Prozent aller M+E-Mitgliedsunternehmen in denen rund 45 Prozent aller Beschäftigten in den Mitgliedsunternehmen arbeiten. Die im Saarland beteiligten Unternehmen stehen für 56 Prozent der Mitglieder von ME Saar und UV Saar mit 78 Prozent der in der saarländischen Metall- und Elektroindustrie beschäftigten Arbeitnehmern.


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Joachim Wollschläger
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