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VSU-Präsident fordert aktiven Klimaschutz mit Unterstützung der Industrie

Eine Klimapolitik, die in großem Maße Arbeitsplätze kostet und damit den Menschen ihre Lebensgrundlage entzieht, ist zum Scheitern verurteilt, weil sie auch den Rückhalt in der Bevölkerung verliert.

Der Präsident der Vereinigung der Saarländischen Unternehmensverbände, Oswald Bubel, hat die Politik gestern beim Unternehmertag der Saarländischen Wirtschaft in Saarbrücken aufgefordert, die Industrie beim Klimaschutz aktiv einzubinden. „Nutzen Sie das Know-how unserer Unternehmen. Denn sie können aktiv beim Klimaschutz helfen. Es sind die klugen Ingenieure, die die Technik entwickeln, mit der wir am Ende nicht nur in Deutschland, sondern weltweit CO2 einsparen“, sagte Bubel in seiner Rede mit Blick auf die Politik.
Bubel betonte, dass das Saarland und Deutschland historisch ein Industrieland sind. Klimaschutz könne deshalb nur mit der Unterstützung der Industrie und ihrer Beschäftigten funktionieren. „Eine Klimapolitik, die in großem Maße Arbeitsplätze kostet und damit den Menschen ihre Lebensgrundlage entzieht, ist zum Scheitern verurteilt, weil sie auch den Rückhalt in der Bevölkerung verliert.“
Die politisch verordnete und zu einseitige Festlegung auf den Elektroantrieb sieht Bubel als eine falsche Strategie. „Sie ist überstürzt und wenig durchdacht. Wegen fehlender Ladeinfrastruktur schließt sie Millionen Menschen in den Städten von der Mobilität aus.“ Stattdessen forderte der VSU-Präsident mehr Technologieoffenheit. Als Beispiele für mögliche Mobilitätsformen der Zukunft nannte er synthetische Kraftstoffe ebenso wie die Brennstoffzellentechnik.
Mit Blick auf die aktuellen Koalitionsverhandlungen in Berlin kritisierte Bubel die von den Ampel-Koalitionären angekündigte Mindestlohnerhöhung. Diese sei ein massiver Eingriff in die Sozialpartnerschaft, der viele einfache Tätigkeiten im Land unwirtschaftlich macht und damit gefährdet. Und der höhere Mindestlohn setzt 100 gültige Tarifverträge außer Kraft, die zwischen Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften vereinbart wurden. „Diesen Eingriff lehnen wir entschieden ab.“
Positiv nannte Bubel die gute Zusammenarbeit von Politik und Wirtschaftsverbänden in der Corona-Pandemie. Die Politik habe vieles richtig gemacht. Auch die Kommunikation mit der Landesregierung sei vorbildlich gewesen. Durch den engen Schulterschluss von Verbänden, Kammern und Regierung habe im vergangenen Frühjahr eine Grenzschließung verhindert und damit größerer Schaden abgewendet werden können.
Von der künftigen Landesregierung, die in wenigen Monaten gewählt wird, wünscht Bubel sich, dass sie die drängenden Probleme mutig gemeinsam mit der Industrie angeht. Gerade im Strukturwandel gehe es darum, gemeinsam tragfähige Lösungen für die Zukunft und für ein starkes Saarland zu erarbeiten.