UV Saar aktuell

 
Dienstag. 14. Januar 2020

Dehoga-Präsidentin Pink fordert einheitlichen Steuersatz in der Gastronomie

Sieben Prozent sollen auch in Restaurants gelten

 

 

Der Hotel- und Gaststättenverband im Saarland (Dehoga Saar) fordert eine Vereinheitlichung der Mehrwertsteuer im Gastronomiebereich: „Wir erwarten, dass Essen steuerlich gleichbehandelt wird, unabhängig von der Art der Zubereitung und des Verzehrortes“, sagte Pink beim Dehoga-Neujahrsempfang in Saarbrücken. „Es ist für uns eine Frage der Steuergerechtigkeit, der Wertschätzung sowie der Zukunftssicherung unserer Familienbetriebe und Restaurants.“

Die Dehoga-Präsidentin kritisierte vor allem den Kalkulationsnachteil der Restaurant-Betriebe gegenüber Discountern, Bäckern, Metzgern oder Imbissanbietern. „Dass für Fertiggerichte, Lieferdienste und Essen zum Mitnehmen sieben Prozent Mehrwertsteuer gelten und die Restaurantküche mit 19 Prozent belastet wird, ist nicht nur unlogisch, sondern definitiv wettbewerbsverzerrend“, sagte die Dehoga-Chefin. Gerade die klassische Gastronomie ist unglaublich arbeitsintensiv. Auf den gleichen Umsatz kommen hier sechs Mal mehr Beschäftigte als zum Beispiel im Lebensmittel-Einzelhandel.

Die Einführung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes wäre aus vielfacher Hinsicht konsequent. Sie würde nicht nur den weltweit einzigartigen Steuer-Wirrwarr beenden, sondern würde Spielräume für mehr Investitionen schaffen und für eine bessere Entlohnung der Mitarbeiter sorgen. Eine solche Konjunkturspritze dämme zudem das Wirtshaussterben ein.

Nachbarstaaten hätten es bereits vorgemacht: Frankreich hat dem Dehoga zufolge bereits seit 2009 einen reduzierten Mehrwertsteuersatz im Gastgewerbe Belgien und Finnland seit 2010. In der Gastronomie gilt er demnach in 17 von 28 EU-Mitgliedstaaten.

Die Präsidentin kritisiert die aktuelle deutsche Regelung auch aus Nachhaltigkeitsgründen: „Warum dann aber sieben Prozent Mehrwertsteuer auf Plastikgeschirr bei Verzehr zum Mitnehmen und 19 Prozent für vor Ort frisch zubereitete und servierte Speisen?“, fragt Pink. Auf Porzellantellern angerichtete Gerichte würden steuerrechtlich demnach schlechter gestellt als in Plastik verpacktes oder auf Pappe mitgegebenes Essen. „Das Thema gehört auf die politische Tagesordnung“, forderte Pink.

Pink fordert außerdem – wie bereits in den vergangenen Jahren – ein praxistaugliches Arbeitszeitgesetz für alle Unternehmen und ihre Mitarbeiter. „Ich betone gerne noch einmal: Es geht uns nicht um Mehrarbeit. Es geht uns um die Möglichkeit, bei entsprechender Nachfrage und zu Auftragsspitzen auch mal zwölf Stunden arbeiten zu können. Das heißt nicht „fünf Mal 13 Stunden die Woche“ – wie es uns von der Gewerkschaft vorgeworfen wird.