UV Saar aktuell

 
Freitag. 15. Mai 2020

M+E-Industrie an der Saar ist überdurchschnittlich von Corona betroffen

Auswirkungen der Krise noch stärker als im Bund

Die saarländische Metall- und Elektroindustrie im Saarland ist noch stärker von der Corona-Krise betroffen als die Unternehmen im Bund. Das zeigt eine Blitzumfrage des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes (ME Saar) unter seinen Mitgliedsunternehmen. An der Umfrage vom 4. bis 7. Mai haben 50 Unternehmen mit 31 920 Beschäftigten teilgenommen.

Die Ergebnisse zeigen, wie massiv die Firmen durch die Corona-Krise eingeschränkt sind. Neun von zehn Unternehmen haben demnach ihre Produktion einschränken müssen. Gerade einmal acht Prozent der Firmen im Saarland geben an, dass sie ihre Produktion gar nicht zurückfahren mussten (Bund: neun Prozent). Umgekehrt meldeten 26 Prozent eine sehr starke Produktionseinschränkung (Bund 21 Prozent).

Wirtschaftlich hat die Pandemie erhebliche negative Folgen für die Unternehmen. Die Unternehmen rechnen angesichts der Einbrüche in diesem Jahr mit starken Umsatzrückgängen. Insgesamt erwartet die Saar-Branche in Übereinstimmung mit dem Bund für das Gesamtjahr einen Umsatzrückgang von 24,7 Prozent (Bund: 24 Prozent). Die höchsten Rückgänge erwarten im Saarland die Elektroindustrie mit einem Minus von 27,5 Prozent und der Fahrzeugbau mit 26,7 Prozent. Insgesamt gehen im Saarland 92 Prozent der Betriebe davon aus, in diesem Jahr weniger Umsatz zu erzielen als im Vorjahr. Im Bund sind es 84 Prozent.

Wie massiv die Corona-Ausfälle sich auf die Wirtschaft auswirken, weist auch ein Blick auf die Auslastung der Produktionsanlagen auf. Die liegt mit bundesweit 65 Prozent im April und Mai noch unter dem Tiefststand in der Finanzkrise Mitte 2009, als die Auslastung auf 67 Prozent eingebrochen war. Und im Saarland stehen noch mehr Anlagen still: Die M+E-Unternehmen im Saarland melden nur eine Auslastung von gerade einmal 60,3 Prozent.

Umso wichtiger ist es nun, einen Weg aus dem Stillstand zu finden. Hier scheinen Konjunkturpakete der Weg der Wahl zu sein, denn das größte Produktionshemmnis – auch das zeigt die Befragung – ist die fehlende Nachfrage. 82,6 Prozent der Unternehmen im Saarland geben diese als Grund für die Einschränkung an, bundesweit sind es 81 Prozent. An zweiter Stelle folgt der Mangel an Ersatzteilen mit einer Nennung von 23,9 Prozent (Bund 26 Prozent). Hier zeigt sich, dass die Lieferketten, beispielsweise durch Öffnung der Grenzen, wieder schnell reaktiviert werden müssen. Fehlende Arbeitskräfte beispielsweise wegen Krankheit oder der Kita-Schließungen nennen nur 17,4 Prozent (Bund 16 Prozent).
Kurzarbeit ist und bleibt für die Unternehmen in der Krise das Mittel der Wahl. 62 Prozent der Unternehmen (Bund 60 Prozent) nutzen aktuell Kurzarbeit. 72,7 Prozent der Beschäftigten (Bund 65 Prozent) befinden sich in Kurzarbeit.
Kündigungen kommen für die Unternehmen im Saarland aktuell nur in Ausnahmefällen in Betracht, zeigt die Studie. Gerade einmal 4,1 Prozent der hiesigen Unternehmen haben angegeben, dass sie Kündigungen aussprechen mussten, knapp die Hälfte (48 Prozent) gibt an, dass diese aktuell nicht zur Debatte stehen.

Rückfragen gerne an:
Verband der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes e. V.
Joachim Wollschläger
Kommunikation
T    0681 9 54 34-28
E-Mail wollschlaegermesaar.de