UV Saar aktuell

 
Dienstag. 23. Juli 2019

ME Saar stützt Gesamtmetall-Kritik an IG Metall

In den Tarifverhandlungen der Metall- und Elektroindustrie fehlt es zunehmend am partnerschaftlichen Miteinander, sagt Martin Schlechter, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes e. V. (ME Saar). Damit unterstützt er die Kritik des Gesamtmetall-Präsidenten Rainer Dulger in der Süddeutschen Zeitung.

Tatsächlich sei zuletzt viel Vertrauen verloren gegangen, sagt Schlechter. So habe die Gewerkschaftsrunde in den letzten Tarifverhandlungen 24-Stunden-Streiks mit hohen finanziellen Belastungen für die Unternehmen durchgesetzt, nur um anschließend ein Verhandlungsergebnis zu akzeptieren, das bereits vor den Streiks vorgelegen hatte. „Wenn ein 24-Stunden-Streik als Selbstzweck eingesetzt wird, hat das mit Fairness gegenüber dem Verhandlungspartner nichts mehr zu tun.“ Dulger hatte zuvor beklagt, dass im Arbeitskampf keine Waffengleichheit zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft mehr herrsche.

Die Abschlüsse dürften die Unternehmen nicht über Gebühr belasten, sagt Schlechter. Viele der Firmen gerieten angesichts der hohen Lohnabschlüsse sowie des hohen Verwaltungsaufwands durch die zusätzlich verhandelten freien Tage und die damit verbundene komplexere Schichtplan-Gestaltung an ihre Grenzen. „Der Unmut steigt“, sagt er.  

Schlechter fordert die IG Metall auf, ihre Verhandlungsposition neu zu überdenken. „Beiden Seiten muss daran gelegen sein, einen für alle Seiten attraktiven Tarifvertrag zu verhandeln und so auch künftig eine hohe Tarifbindung in der Fläche zu gewährleisten.“

Das Interview von Dr. Rainer Dulger und der Süddeutschen Zeitung lesen Sie bei Gesamtmetall.

Rückfragen gerne an:
Verband der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes e. V.
Joachim Wollschläger
Kommunikation
T 0681 9 54 34-28
E-Mail wollschlaegermesaar.de