UV Saar aktuell

 
Freitag. 12. Juli 2019

Metall-Arbeitgeber kritisieren Gesetz gegen sachgrundlose Befristung

Die Metall-Arbeitgeber im Saarland sehen die Pläne der Regierungskoalition, sachgrundlose Befristungen einzuschränken, mit Sorge. „Wenn die Möglichkeit wegfällt, Beschäftigung zeitlich zu befristen, geht den Unternehmen dringend benötigte Flexibilität verloren“, sagt Martin Schlechter, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Metall- und Elektroindustrie im Saarland.

Befristete Beschäftigungen seien ein wichtiges Instrument der Wirtschaft, um konjunkturelle Schwankungen abzufedern: „Gerade im sich abzeichnenden Konjunkturabschwung müssen Unternehmen auf Änderungen in der Auftragslage flexibel reagieren können.“

Arbeitsminister Hubertus Heil hat für den Herbst ein Gesetz geplant, mit dem er die „willkürliche Befristung“ eindämmen will. Der Koalitionsvertrag sieht vor, dass Unternehmen mit mehr als 75 Beschäftigten höchstens noch 2,5 Prozent ihrer Belegschaft mit sachgrundlos befristeten Verträgen anstellen dürfen. Auch sollen sie statt bisher 24 Monate künftig nur noch 18 Monate lang erlaubt sein. Befristungen mit Sachgrund wie beispielsweise Schwangerschaftsvertretungen sind dagegen weiter zulässig.

„Ein solches Gesetz wäre schädlich für die Wirtschaft“, sagt Schlechter. „Statt weitere Hindernisse aufzubauen gilt es, gerade die stark exportabhängige Saar-Wirtschaft für einen kommenden  Abschwung zu stärken“.

Aktuelle Konjunkturzahlen deuten auf eine weitere Abkühlung der Konjunktur in der Metall- und Elektroindustrie im Saarland hin. Der durchschnittliche Umsatz der M+E-Unternehmen im ersten Quartal ist im Vergleich zum Vorjahresquartal um 5,52 Prozent auf 1,66 Milliarden Euro gesunken. Zwar ist der Umsatz im Mai mit 1,68 Milliarden Euro wieder leicht gestiegen, im April lag er allerdings noch mit 1,46 Milliarden Euro deutlich niedriger. Im Durchschnitt der ersten beiden Monate des zweiten Quartals lag er 5,4 Prozent unter Vorquartalsdurchschnitt.

Auch bundesweit geben die Zahlen aktuell keinen Grund zur Hoffnung: Im Durchschnitt der Monate April und Mai lag die M+E-Produktion um 1,6 Prozent unter dem Niveau des ersten Quartals 2019. Von diesem Rückgang der Produktion sind alle großen M+E-Branchen betroffen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat betrug das Minus 3,6 Prozent. Auch die Auftragseingänge sind im Durchschnitt der Monate April und Mai 2019 gegenüber dem ersten Quartal 2019 bundesweit um 2,5 Prozent zurückgegangen. Dabei sind vor allem die Inlandsaufträge mit minus 4,6 Prozent enttäuschend ausgefallen, die Auslandsaufträge gingen nur um 0,9 Prozent zurück.

Gerade die Metall- und Elektroindustrie wendet das Instrument der Befristung schon jetzt nur vergleichsweise zurückhaltend an. Während 2017 in Deutschland 8,3 Prozent der Beschäftigten laut einer Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) befristet beschäftigt waren, betrug die Quote in der ME-Branche gerade einmal vier Prozent. Im Öffentlichen Dienst mit 9,5 Prozent war es dagegen fast jeder zehnte Arbeitnehmer, in der Privatwirtschaft insgesamt nur rund jeder 14. Mitarbeiter (7,1 Prozent) befristet beschäftigt.

Für Rückfragen bitte an:
Verband der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes e. V.
Joachim Wollschläger
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