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VSU-Schlagzeilen 11.01.2022

Martin Sander wird neuer Ford-Deutschland-Chef / Rund 2 Mio. Euro für Gewerbegebiet in Freisen / Heil: Fachkräftemangel darf keine Wachstumsbremse werden / Experten erwarten nächsten Rohstoff-Engpass bei Magnesium

Saarland/Region
Martin Sander wird neuer Ford-Deutschland-Chef
Forschungsverbund will Herstellung von Brennstoffzellen effizienter und günstiger machen
Rund 2 Mio. Euro für Gewerbegebiet in Freisen 
Maschinenbau Saarland im Saarland stagniert zum Jahresende

Tarifpolitik
Dulger warnt vor „Staatslöhnen“
 
Arbeitswelt
Wolf: Impfthematik und Homeoffice-Regeln führen zu Spannungen in Betrieben
VDI: Corona-Krise droht Ingenieurmangel zu verschärfen
Heil: Fachkräftemangel darf keine Wachstumsbremse werden
 
Konjunktur
MV Werften und Lloyd-Werft insolvent
 
Wirtschaftspolitik
Experten erwarten nächsten Rohstoff-Engpass bei Magnesium
Chinas Regierung will mehr innovative Produkte
 
Steuern / Haushalt
Lindner: Für Einhalten der Schuldenbremse muss anderes zurückstehen
 
Nachhaltigkeit
Regierungskreise: Kabinett soll Klima-Sofortprogramm bis April beschließen
EU-Forscher: Rekord-Werte bei Treibhausgasen in der Atmosphäre 2021

Saarland/Region

Martin Sander wird neuer Ford-Deutschland-Chef
Der Autohersteller Ford hat Martin Sander zum neuen Vorsitzenden der Geschäftsführung der Ford-Werke GmbH bestellt. Sander folgt ab Juni in dieser Funktion auf Gunnar Herrmann, der in den Aufsichtsrat der Ford-Werke GmbH wechselt. Außerdem wird Sander das Pkw-Geschäft von Ford in Europa verantworten. Diese Funktion hatte zuvor Roelant de Waard inne. Sander berichtet an den Ford-Europa-Chef Stuart Rowley. Offen ist, welche Rolle er bei der anstehenden Entscheidung über die Zukunft des Ford-Werks in Saarlouis innehaben wird. Der Maschinenbau-Ingenieur Sander kommt vom Volkswagen-Konzern, wo er über 25 Jahre mehrere Führungspositionen innehatte. Zuletzt war er Senior Vice President of Sales für Europa bei Audi. (Quelle: Ford)

Forschungsverbund will Herstellung von Brennstoffzellen effizienter und günstiger machen
Ein Forschungsvorhaben unter der Leitung von Professor Rainer Müller, Inhaber des Lehrstuhls für Montagesysteme an der Universität des Saarlandes und Leiter des gleichnamigen Forschungsbereichs am Zentrum für Mechatronik und Automatisierungstechnik ZeMA, will die Herstellung von Brennstoffzellen effizienter und günstiger machen. Im Verbund mit weiteren Partnern aus Wissenschaft und Industrie sucht er nach Möglichkeiten, die Herstellung von Brennstoffzellen deutlich billiger zu machen. Dafür erhält der Forschungsverbund 7,4 Millionen Euro für die kommenden 3 Jahre. Aktuell sind die Produktionskosten für die Komponenten der Brennstoffzellentechnik im Automobil, im LKW oder in Bussen noch sehr hoch. Ein Ansatz, um die Kosten für Mobilität auf Wasserstoffbasis zu senken, besteht darin, die Komponenten der Brennstoffzellen, in denen der Wasserstoff in Strom gewandelt wird, in großer Stückzahl zu produzieren. So besteht die Möglichkeit, auch eine Massenproduktion der Brennstoffzellenstacks umzusetzen, um so die Stückkosten drastisch zu reduzieren. Wegen der noch geringen Stückzahlen, die aktuell gefertigt werden sowie der sich schnell ändernden Technik sind Produktionssysteme notwendig, die sowohl einer steigenden Nachfrage nach Brennstoffzellen als auch den wandelnden Anforderungen gerecht werden. Wie das gelingen kann, soll nun das Projekt H2SkaProMo untersuchen, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWi) gefördert wird. „Ziel des Forschungsprojektes ist es, die Produktion von Brennstoffzellen-Stacks mit industrienahen Prozessen und skalierbaren Produktionssystemen wirtschaftlich abzubilden“, erklärt Müller das Prinzip. (Quelle: Universität des Saarlandes)

Rund 2 Mio. Euro für Gewerbegebiet in Freisen 
Das Wirtschaftsministerium fördert die Erweiterung des Gewerbegebiets „Schwann“ der Gemeinde Freisen mit knapp zwei Millionen Euro. Um das Gelände baureif zu machen, sind Terrassierungsarbeiten, die Verkehrserschließung sowie die Errichtung einer Ver- und Entsorgungsinfrastruktur nötig. Außerdem sind Begrünungs- und Ausgleichsmaßnahmen erforderlich. Nach Abschluss der Arbeiten steht ansiedlungsinteressierten Unternehmen eine Fläche von ca. 5 ha zur Verfügung. Erste Interessensbekundungen liegen der Gemeinde bereits vor.
„Wirtschaftliche Aktivität und die Schaffung neuer Arbeitsplätze steigern die Lebensqualität in unseren Kommunen“, so Ministerin Rehlinger. „Die Unternehmen, die hier ansiedeln, finden einen attraktiven Wirtschaftsstandort vor und bringen neues Wachstum und Beschäftigung in die Region. Ich freue mich, die Gemeinde Freisen unterstützen und den Strukturwandel der Saarwirtschaft offensiv vorantreiben zu können.“ (Quelle: Wirtschaftsministerium)

Maschinenbau Saarland im Saarland stagniert zum Jahresende
Die Auftragseingänge im saarländischen Maschinenbau haben sich im November 2021 abgeschwächt. Die Inlandsbestellungen sanken um 0,7 Prozent, die Auslandsaufträge stagnierten (+0,2 Prozent). Der Abbruch der zweistelligen Auftragszuwächse kam für das Ausland im Oktober, bei den Inlandsorders bereits im September. Aufsummiert über die ersten elf Monate des Jahres 2021 ergibt sich noch immer ein Auftragszuwachs von einem Viertel gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum. Aus dem Ausland kamen mit +28,7 Prozent Zuwachs mehr Aufträge, aus dem Inland mit +21,7 Prozent etwas weniger. Die Maschinenbaubetriebe im Saarland haben in der Covid-19-Krise ihre Beschäftigtenzahlen stabil halten können. Dies ergibt sich nicht nur aus den Ergebnissen der Betriebe mit mehr als 50 Mitarbeitern bis November 2021 (minus 1,4 Prozent), sondern vor allem aus den umfassenderen, aktuellen Ergebnissen zu den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten der Bundesagentur für Arbeit zum Stichtag 30.6.2021 (minus 0,3 Prozent). (Quelle: VDMA)

 
Tarifpolitik
 
Dulger warnt vor „Staatslöhnen“

BDA-Präsident Dulger hat die von der Bundesregierung geplante Mindestlohn-Erhöhung erneut abgelehnt und vor "Staatslöhnen" gewarnt. "Die Politik muss sich entscheiden: Respektiert sie die Tarifautonomie und die Entscheidung der unabhängigen Mindestlohnkommission auf Grundlage der Tarifabschlüsse oder will sie Staatslöhne etablieren. Die Tarifautonomie hat maßgeblich zur Entwicklung unserer sozialen Marktwirtschaft, unserer volkswirtschaftlichen Leistung und unserer Sozialsysteme beigetragen", sagte Dulger und fügte hinzu: "Tarifverträge haben teilweise auch an Attraktivität und Bindung verloren. Das kann nicht bestritten werden." Die Ursachen seien vielschichtig und hätten viel mit den politischen Rahmenbedingungen zu tun. "Staatslöhne und Staatslohnfestsetzung sind der wohl nachhaltigste Angriff auf werthaltige Tarifverträge. Sie verändern nicht nur die unmittelbaren Mindestlöhne, sondern verändern ganze Tarifgitter. Neben steigenden Preisen für Rohstoffe und Versorgungsengpässen wird nun auch die Lohnpreisspirale durch Staatslöhne angetrieben." Die Veränderung durch "Staatslöhne" sei schleichend, argumentierte Dulger: "Sie führt in der derzeitigen arbeitsmarktpolitischen Lage zur Produktionsverlagerung. So wie in der personalintensiven landwirtschaftlichen Produktion oder in der Gastronomie." Die Unabhängigkeit der Mindestlohnkommission sei ein Weg zu mehr wirtschaftlicher und tarifvertraglicher Vernunft: "Der Mindestlohn darf nicht zum Spielball der Politik werden. Das ist nichts anderes als eine schallende Ohrfeige für Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände." (Quelle: dpa, M+E-Newsletter Gesamtmetall)


Arbeitswelt
 
Wolf: Impfthematik und Homeoffice-Regeln führen zu Spannungen in Betrieben

Homeoffice-Regeln sowie die Debatten rund ums Thema Impfen spalten aus Sicht von Gesamtmetall-Präsident Wolf auch die Belegschaften vieler Unternehmen. "Die unterschiedliche Betroffenheit etwa beim Homeoffice teilt die Menschen in den Betrieben gefühlt in eine Zweiklassengesellschaft", sagte Wolf: "Diejenigen, die in der Produktion arbeiten, die müssen da sein, für die hat sich nichts geändert." Andere Beschäftigte, etwa in der Verwaltung, blieben hingegen zu Hause. "Auch das kann Spannungen in den Unternehmen schaffen", sagte Wolf. Hinzu kämen die unterschiedlichen Ansichten der Beschäftigten beim Thema Impfen. Gut sei, dass die Arbeitgeber mit der 3G-Pflicht am Arbeitsplatz nun Klarheit hätten, welche Mitarbeitenden geimpft seien und welche nicht. "Es bringt jetzt aber nichts, zu polarisieren", betonte Wolf: "Wir müssen versuchen, zu vermitteln und diese gespaltene Gesellschaft und auch die gespaltene Belegschaft, die wir zum Teil haben, wieder zusammenzubringen." Das funktioniere nur über Argumente und Gespräche. Wolf geht davon aus, dass sich in vielen Unternehmen die bundesweite Impfquote widerspiegele, dass also etwa rund ein Viertel der Mitarbeitenden nicht vollständig geimpft sei. In einzelnen Betrieben sei die Impfquote höher oder niedriger. Mindestens indirekt verschärfe die Pandemie zudem die Probleme vieler Unternehmen, Fachkräfte für wichtige Stellen zu finden. "Dadurch, dass die Menschen seit 1,5 Jahren oder länger im Homeoffice sitzen, hat sich bei vielen auch die Bereitschaft zu beruflicher Veränderung und Weiterentwicklung deutlich reduziert", sagte der Gesamtmetall-Präsident: "Es ist schwieriger geworden, Positionen zu besetzen." Der demografische Wandel werde dieses Problem in den kommenden Jahren weiter verschärfen. Wolf forderte deshalb erneut ein Zuwanderungsgesetz zur Anwerbung qualifizierter Fachkräfte aus dem Ausland. In diesem Zusammenhang sei es gut, dass die neue Bundesregierung keine Steuererhöhungen wolle. Ein höherer Spitzensteuersatz schrecke nicht nur potenzielle Fachkräfte aus dem Ausland ab, sondern treibe zudem qualifiziertes Personal aus Deutschland in die Nachbarländer. (Quelle: dpa, M+E-Newsletter Gesamtmetall)
 
VDI: Corona-Krise droht Ingenieurmangel zu verschärfen
Durch die Corona-Krise wird sich nach VDI-Einschätzung der Mangel an Ingenieuren und Informatikern weiter verschärfen. Ursache seien die negativen Auswirkungen der Schulschließungen auf die mathematischen und naturwissenschaftlichen Kompetenzen der Schüler, aber auch die sinkende Zuwanderung von Studierenden aus dem Ausland in Informatik- und Ingenieurfächer während der Pandemie, warnte der VDI anlässlich der Veröffentlichung des aktuellen VDI-IW-Ingenieurmonitors. Danach ist die Zahl der offenen Stellen in den Ingenieur- und Informatikberufen im dritten Quartal 2021 auf 132.000 gestiegen und liegt damit bereits wieder über dem Vorkrisenniveau. Dem standen den Angaben nach 39.600 Stellensuchende gegenüber. Besonders groß sei der Fachkräftemangel in den Ingenieurberufen Bau/Vermessung/Gebäudetechnik und Architektur, gefolgt von den Ingenieurberufen Energie- und Elektrotechnik und den Informatikberufen. Engpässe bestünden aber auch in allen anderen Ingenieurberufen, betonen VDI und IW.
Etwas zeitverzögert reagiert die Entwicklung bei den Arbeitslosen in den Ingenieur- und Informatikberufen. Die Zahl der Arbeitslosen betrug im dritten Quartal 2019 noch 32.000, stieg dann zu Beginn der Corona-Krise auf rund 46.100 im dritten Quartal 2020 und blieb auf ähnlichem Niveau bis zum ersten Quartal 2021 mit 46.200. Bis zum dritten Quartal 2021 sank die Arbeitslosigkeit auf 39.600. Für die kommenden Quartale sei mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit zu rechnen, heißt es weiter. Vor diesem Hintergrund sind die Engpässe am Arbeitsmarkt im dritten Quartal 2021 weiter deutlich gestiegen: Kamen rechnerisch auf 100 Arbeitslose im dritten Quartal 2019 noch 404 offene Stellen, so sank die Engpasskennziffer im dritten Quartal 2020 auf 208 und stieg bis zum dritten Quartal 2021 wieder auf 334. Neben der Erschließung der Potenziale von Zuwandernden sei auch das Potenzial von Frauen für die Ingenieur- und Informatikberufe stärker zu heben, so der VDI. Bislang betrage deren Anteil in den Ingenieurs- und Informatikberufen insgesamt nur 18,2 Prozent. Gerade in den für die Dekarbonisierung und die Digitalisierung besonders benötigten Informatikberufen seien trotz hohen Beschäftigungswachstums die Frauenanteile vergleichsweise gering: „So ist der Frauenanteil in Informatikberufen von 13,7 Prozent Ende 2012 auf 16,3 Prozent Ende März 2021 gestiegen. Besonders niedrig ist der Frauenanteil in den Ingenieurberufen der Energie- und Elektrotechnik – der Anteil stieg von 7,6 auf 9,8 Prozent. Den höchsten Frauenanteil weisen die Ingenieurberufe Kunststoffherstellung und Chemische Industrie mit 43,4 Prozent auf, auch wenn dieser gegenüber Ende 2012 mit damals 46,0 Prozent leicht gesunken ist.“ (Quelle: dpa, VDI, M+E-Newsletter Gesamtmetall)
 
Heil: Fachkräftemangel darf keine Wachstumsbremse werden
Angesichts immer größerer Lücken bei Ingenieuren, Handwerkern oder Pflegekräften will die Bundesregierung neue Fachkräfte in großem Stil aus dem In- und Ausland gewinnen. „Fachkräftemangel darf nicht zur dauerhaften Wachstumsbremse in Deutschland werden“, sagte Arbeitsminister Heil: „Wir müssen einen Aufbruch schaffen und viel mehr Weiterbildung und damit Weiterentwicklung jedes Einzelnen in Deutschland ermöglichen.“ Bei ihm sei Fachkräftesicherung ein künftiger zentraler Schwerpunkt. Um das Ziel zu erreichen, Deutschland zur „Weiterbildungsrepublik“ zu machen, biete der Koalitionsvertrag zudem „eine Fülle von neuen Instrumenten“, darunter eine „Bildungszeit“ nach österreichischem Vorbild. „Wir wollen, dass man sich zur beruflichen Neuorientierung Auszeiten nehmen kann, um sich weiterzubilden“, so Heil. Der Lebensunterhalt der Menschen müsse dazu abgesichert sein: „Wir werden mit der Bildungszeit ermöglichen, dass man bis zu einem Jahr finanzielle Unterstützung für diese Weiterbildung bekommt.“ Beschäftigte sollten dies als Teilzeit-Weiterbildung auch über zwei Jahre strecken können. Angelehnt an das Kurzarbeiter- und Transformations-Kurzarbeitergeld soll die BA zudem mit einem Qualifizierungsgeld betriebliche Weiterbildung vorantreiben. Dies ist laut Heil vor allem vorgesehen, „wo ein erheblicher Wandel ansteht, zum Beispiel bei Zulieferer-Unternehmen in der Automobilindustrie“. Zur Erhöhung der qualifizierten Zuwanderung solle zudem das Einwanderungsgesetz weiterentwickelt werden, kündigte Heil an: „Im Moment haben viele Fachkräfte, die einwandern wollen, Probleme, ein Visum zu bekommen, weil die konsularischen Abteilungen unserer Botschaften überlaufen sind. Da braucht es dringend Abhilfe.“ (Quelle: dpa, M+E-Newsletter Gesamtmetall)
 
 
Konjunktur
 
MV Werften und Lloyd-Werft insolvent

Die zum Hongkonger Mischkonzern Genting gehörenden MV Werften in Mecklenburg-Vorpommern und die Bremerhavener Lloyd-Werft haben Insolvenz angemeldet. Bei den MV Werften geht es um rund 1.900 Beschäftigte und beim Bremerhavener Schiffbaubetrieb um etwa 300 Arbeitsplätze. Das Ausfallrisiko des Landes Mecklenburg-Vorpommern bei den MV Werften beläuft sich nach Angaben aus der Landesregierung auf bis zu 379 Millionen Euro – 301 Millionen Euro Kreditbürgschaften und ein zugesagter Kredit über 78 Millionen Euro für den Mutterkonzern, dessen Auszahlung das Land zu verhindern sucht. Der Kredit sei unmittelbar nach dem Insolvenzantrag für die MV Werften gekündigt worden, hieß es aus den Regierungskreisen. Das Land sehe keinen Grund mehr, den Mutterkonzern zu unterstützen. Wirtschaftsminister Habeck sagte, man habe „als Bundesregierung alle Hebel in Bewegung gesetzt“, um die Insolvenz der MV Werften zu vermeiden und so die Arbeitsplätze zu retten: „Allerdings haben die Eigentümer unser Hilfsangebot ausgeschlagen; die Anmeldung der Insolvenz ist die Folge." Für den Verband für Schiffbau und Meerestechnik ist jetzt entscheidend, den Erhalt der vier Standorte an der Ostsee und in Bremerhaven im Rahmen eines Eigentümerwechsels zu ermöglichen. Die deutsche Schiffbauindustrie könne sich einen weiteren Substanzverlust in dieser Größenordnung nicht leisten, teilte der Verband mit. Die maritime Industrie stehe vor einem Umbruch. Die gesamte Flotte müsse auf Klimaneutralität umgestellt werden. Ferner müssten die Offshore-Industrie und die Infrastruktur für nachhaltige Kraftstoffe stark ausgebaut werden. "Dafür werden in den kommenden Jahren umfangreiche Produktionskapazitäten in der maritimen Industrie benötigt", erklärte der Verband.
(Quelle: dpa)
 
 
Wirtschaftspolitik
 
Experten erwarten nächsten Rohstoff-Engpass bei Magnesium

Nach der Halbleiterkrise erwarten der ehemalige Audi-Einkaufsvorstand Martens und der Ingolstädter Wirtschaftsprofessor Hecht den nächsten Engpass bei Magnesium. China beherrsche den Halbleitermarkt und habe bei Magnesium mit 87 Prozent der weltweiten Produktion fast ein Monopol, sagte Hecht. Die starke Verknappung von Magnesium führe bereits zu Rekordpreisen, erzeuge weltweite Verzerrungen am Markt und kündige „enorme Störungen in der Lieferkette“ an. Politisch-strategische Maßnahmen zur Sicherstellung des Lieferflusses seien ausgeblieben. Der heutige Halbleitermangel sei nicht nur von der Corona-Pandemie verursacht worden, sagte der Professor für Beschaffungsmanagement an der TH Ingolstadt. China setze Fünf-Jahres-Pläne bei Kerntechnologien effizient um. Martens kritisierte, Einkäufer orientierten sich immer noch maßgeblich an den Kosten: "Das aktuelle Beispiel der Versorgungsengpässe und Rekordpreise beim Magnesium oder auch vor ein paar Jahren bei den seltenen Erden zeigen, wie die bisherige Vorgehensweise in eine Sackgasse führt." Die deutsche und europäische Industriepolitik habe es vernachlässigt, in die Produktion von Rohmaterialien und Kerntechnologien wie Batterien, Halbleiter und Telekommunikation zu investieren. Damit habe man eine bedenkliche Abhängigkeit von anderen geschaffen. (Quelle: dpa, M+E-Newsletter Gesamtmetall)

Chinas Regierung will mehr innovative Produkte
Die chinesische Regierung will von den heimischen Herstellern von Konsumgütern mehr innovative Produkte wie intelligente Reiskocher und Staubsaugerroboter sehen. Der Wirtschaftsbereich verfüge nur über ein unzureichendes Angebot im mittleren bis oberen Preissegment, heißt es in einem Bericht des Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie. Außerdem mangele es an weltweit bekannten Marken von chinesischen Unternehmen der Leichtindustrie, die Konsumgüter und Werkzeuge herstellt. In den Leitlinien für den Industriezweig werden auch konkrete Beispiele genannt, wo das Ministerium einen Nachholbedarf gebe. So sollten etwa computergestützte Reiskocher, Schuhe mit Ortungsfunktionen für Kinder und Senioren oder Staubsaugerroboter angeboten werden. Bis zum Jahr 2025 sollen das Ansehen der chinesischen Marken und die Position des Landes in der weltweiten Wertschöpfungskette verbessert werden, lautet die Zielvorgabe. (Quelle: Reuters, M+E-Newsletter Gesamtmetall)
 
 
Steuern / Haushalt
 
Lindner: Für Einhalten der Schuldenbremse muss anderes zurückstehen

Finanzminister Lindner hat sein Ziel bekräftigt, die Schuldenbremse vom nächsten Jahr an wieder voll einzuhalten. Das bedeute aber auch, dass dann nicht mehr alle Ausgabenwünsche zu erfüllen seien, sagte der Minister: "Wenn die Schuldenbremse im regulären Haushalt wieder gilt, dann fordert das von der Politik viele Entscheidungen ab. Nicht alles, was dann wünschenswert ist, kann sofort finanziert werden." Bald werde man mit engeren finanziellen Spielräumen in die Zukunft investieren müssen. Das erfordere die Setzung klarer Schwerpunkte auf zukünftige Technologien und die Ertüchtigung des Staates, so Lindner: "Wenn man investieren will und den Staat handlungsfähig machen will, muss anderes zurückstehen." Unterdessen haben sich in einer Anhörung im Bundestag Rechtsexperten uneins über die Verfassungsmäßigkeit des vom Finanzminister vorgelegten Nachtragshaushaltes für 2021 gezeigt, mit dem 60 Milliarden Euro an nicht verbrauchten Kreditermächtigungen in den Energie- und Klimafonds zur Finanzierung von Klimainvestitionen übertragen werden sollen. Volkswirte werteten das Vorhaben bei der Anhörung im Bundestagshaushaltsausschuss allerdings weitgehend als ökonomisch sinnvoll. Der Speyrer Verfassungsrechtler Wieland erklärte, das Nachtragshaushaltsgesetz entspreche den Anforderungen des Grundgesetzes. Diese Feststellung basiere auf einer Analyse des Sachverhalts und einer verfassungsrechtlichen Bewertung. In dem Gesetzentwurf werde deutlich herausgearbeitet, dass Klimaschutz und Transformation der Bekämpfung der pandemiebedingten Folgen für die Wirtschaft dienten. Hingegen äußerte Staatsrechtler Gröpl von der Universität des Saarlandes "sehr, sehr schwere verfassungsrechtliche Bedenken". Es bestehe kein konkreter Veranlassungszusammenhang zwischen den 60 Milliarden an Kreditermächtigungen und dem Klimaschutz. Kredite aufzunehmen, die für eine Notlage gedacht seien, gehe in der Situation nicht. Geld, das man nicht habe, solle für eine Krise eingesetzt werden, die keine Notlage oder Naturkatastrophe darstelle: "Dafür muss sich der Haushaltsgesetzgeber etwas Besseres einfallen lassen." So müsse er die Bevölkerung auch mit Sparmaßnahmen konfrontieren. Kritik kam auch vom Bundesrechnungshof, der den Nachtragshaushalt bereits im Vorfeld als "unter mehreren Aspekten verfassungsrechtlich zweifelhaft" eingestuft hatte. (Quelle: dpa, Dow Jones, Bundestag, M+E-Newsletter Gesamtmetall)
 
 
Nachhaltigkeit
 
Regierungskreise: Kabinett soll Klima-Sofortprogramm bis April beschließen

Die Bundesregierung will zentrale Vorhaben zum Klimaschutz und Ausbau der Erneuerbaren Energien dem Wirtschaftsministerium zufolge bis April beschließen. Das "Sofortprogramm" solle dann bis Ende des Jahres die parlamentarischen Hürden nehmen und Anfang 2023 greifen, verlautete aus dem Ministerium. Damit wolle man Deutschland zurück auf den Pfad zu den Klimaschutzzielen bringen. Man trete mit einem drastischen Rückstand an. Die Ziele würden in diesem und vermutlich auch im nächsten Jahr verfehlt. Kernstück der Pläne sei eine EEG-Reform, wobei man den Grundsatz verankern werde, dass er Ausbau von Wind- oder Solarenergie im überragenden öffentlichen Interesse sei und der öffentlichen Sicherheit diene. Die Ausschreibungsmengen für Solar- oder Windenergie würden auf ein „ambitioniertes Niveau“ angehoben und dann jährlich erhöht. Es werde eine Pflicht zu Solaranlagen auf neuen Gebäuden geben. Für Wind an Land werde man mehr Flächen ausweisen können, in dem man Abstände von Windrädern zu Wetterradaren oder Drehfunkfeuern des Flugverkehrs verringere. Teil des Sofortprogramms sollen den Ministeriumskreisen zufolge auch Klimaschutzverträge, sogenannte Carbon Contract for Difference (CCFD) werden. Mit ihnen soll die Industrie Hilfen erhalten, um den Einsatz von klimafreundlichen Brennstoffen wie grünem Wasserstoff finanzieren zu können. Die höheren Kosten können über diese Verträge ausgeglichen werden. (Quelle: Reuters, M+E-Newsletter Gesamtmetall)
 
EU-Forscher: Rekord-Werte bei Treibhausgasen in der Atmosphäre 2021
Das vergangene Jahr war Wissenschaftlern zufolge das fünftwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen. In der Atmosphäre sei zudem so viel von den Treibhausgasen Kohlendioxid und Methan verzeichnet worden wie nie zuvor, wie die Forscher des Copernicus Climate Change Service (C3S) der EU mitteilten. Mit deutlichem Abstand seien die vergangenen sieben Jahre die wärmsten Jahre gewesen seit dem Beginn der Messungen 1850. Die durchschnittliche globale Temperatur 2021 habe 1,1 bis 1,2 Grad Celsius über dem Niveau des Zeitraums von 1850 bis 1900 gelegen. Die heißesten Jahre waren 2020 und 2016. Unklar blieb den Forschern zufolge, warum der Anteil von Methan in den vergangenen zwei Jahren sprunghaft angestiegen ist. Das Gas entsteht etwa bei der Öl- und Gasförderung und in der Landwirtschaft, kommt aber auch in natürlichen Quellen wie Feuchtgebieten vor. (Quelle: Reuters, M+E-Newsletter Gesamtmetall)