Jede vierte Person hält eine Vollzeitbeschäftigung von Müttern mit Kindern unter drei Jahren für angemessen
Ergebnisse einer Befragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) aus dem Jahre 2022

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Eine repräsentative IAB-Befragung zeigt, dass 55 Prozent der 18- bis 60-Jährigen Teilzeitarbeit ab 15 Wochenstunden für Mütter mit Kindern unter drei Jahren für angemessen halten, während nur ein Fünftel eine externe Ganztagesbetreuung befürwortet. Im Durchschnitt wird Teilzeitarbeit rund zweieinhalb Jahre nach der Geburt akzeptiert, eine Vollzeitbeschäftigung erst ab einem Kindesalter von fast sechs Jahren. Besonders Frauen, Eltern jüngerer Kinder, Ostdeutsche und Personen mit höherem Bildungsniveau sprechen sich für eine frühere Berufsrückkehr und externe Betreuung aus.
Die Einstellungen zur Erwerbstätigkeit von Müttern und zur externen Kinderbetreuung wurden über zwölf Jahre hinweg in der IAB-Panelstudie „Arbeitsmarkt und soziale Sicherung“ untersucht. Die Ergebnisse der Befragung sind repräsentativ für 18- bis 60-Jährige in Deutschland.
Die Studie ist online abrufbar
Dr. Udo Dinglreiter ist neuer Gesamtmetall-Präsident
Gesamtvorstand wählte am 9. Dezember 2025 den Nachfolger von Dr. Stefan Wolf

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Dr. Udo Dinglreiter ist neuer Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall. Der Gesamtvorstand des Verbandes wählte den Mitinhaber und Geschäftsführer des Maschinen- und Anlagenbauers R. Scheuchl GmbH im bayerischen Ortenburg einstimmig zum 15. Präsident in der 135-jährigen Geschichte von Gesamtmetall. Damit ist er der zweite bayerische Gesamtmetall-Präsident nach Anton von Rieppel (1911 bis 1919) und der erste aus einem nicht tarifgebundenen Unternehmen. Dr. Dinglreiter wird das Amt zum 1. Januar 2026 antreten.
„Wir stehen am Standort Deutschland mit dem Rücken zur Wand. Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden kommt hier eine besondere Verantwortung zu. Die Tarifpartnerschaft zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern ist einer der wenigen verbliebenen Standortvorteile. Und wir haben keine leichte Aufgabe vor uns. Ich möchte, dass Deutschland wieder um seine Wettbewerbsfähigkeit beneidet wird, statt wie im Moment eher bemitleidet. Dazu möchte ich meinen Beitrag leisten. Meiner tiefen Überzeugung nach bilden Unternehmer und Beschäftigte eine Einheit: Nur gemeinsam können wir erfolgreich sein und wir wollen alle den unternehmerischen Erfolg”, sagte Dr. Dinglreiter nach seiner Wahl.
Fehlende Reformpolitik als Thema bei "UV In Kontakt"
Podiumsdiskussion offenbart fehlende Antworten der Politik

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Welche Reformen sind möglich in einer Regierung, in der die Arbeitsministerin Arbeitgeber als Gegner bezeichnet, und die dich einer Wirtschaftskrise scheinbar hilflos gegenüber sieht?
Diese Frage stand gestern bei der Netzwerkveranstaltung „UV in Kontakt“ im Mittelpunkt. Die Mitgliederveranstaltung des Unternehmensverbands Saarland stand unter dem Motto „Reformdruck in der Konjunkturkrise“.
Verbandspräsident Michael Lehnertwies in seiner Begrüßung auf die schwierige Situation der Unternehmen hin und appellierte an die Politik, den Mittelstand nicht zu vergessen.
In der Diskussion - auf den Podium mit UV-Saar-Geschäftsführer Martin Schlechter den Fraktionschefs Stephan Toscani (CDU) und Ulrich Commerçon (SPD) und IG-Metall-Vorstand Ralf Reinstädtler und moderiert von SZ-Chefredakteur Peter Stefan Herbst - herrschte Einigkeit, dass es Reformen geben muss. Vor allem mehr als diejenigen, die schon angestoßen sind.
Leider, und das ist das Problem, vor dem die Wirtschaft hilflos steht, gab es von der Politik zu wenig Antworten über das konkrete Tempo. Hier bleiben Fragen offen.
Studie: Staat bringt geplante Investitionen nicht auf die Straße
Fifo: Fachkräftemangel und Bürokratie hemmen den geplanten Aufschwung

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Eine aktuelle Studie des Finanzwissenschaftlichen Forschungsinstituts Köln (Fifo) unter dem Titel "Viel Geld erfolgreich ausgeben" lässt Zweifel am Plan des Bundes, die Infrastruktur mit Investitionen von über 100 Milliarden Euro zu sanieren. "Der schwierige Teil kommt jetzt, wenn es darum geht, die vielen PS auf die Straße zu bringen", sagt Studienautor Michael Thöne dem Handelsblatt. Tatsichlich sei es dem Bund bisher nicht gelungen, mehr als 60 Milliarden Euro an Investitionen pro Jahr umzusetzen. Grund dafür sind der Fachkräftemangel im öffentlichen Sektor, zu viele Hemmnisse bei öffentlichen Genehmigungen und Hemmnisse durch einen eng verflochtenen "Mehr-Ebenen-Staat". Um den Aufschwung zu erreichen, müssten Dutzende Regeln vereinfacht werden, die Kommunen finanziell wieder solide ausgestattet werden und Genehmigungen beschleunigt. Dazu müssten zahlreiche Fachkräfte eingestellt werden.
Deutsche Erwerbsbevölkerung sinkt in den kommenden 40 Jahren um 23 Prozent
OECD empfiehlt längere Lebensarbeitszeit zur Sicherung der Renten

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Die OECD warnt in ihrem Bericht „Pensions at a Glance 2025“ vor einer zunehmenden Herausforderung bei der Rentenfinanzierung in Deutschland. Aufgrund des schrumpfenden Erwerbspersonenpotentials wird eine längere Lebensarbeitszeit als wesentliche Maßnahme zur Stabilisierung der Renten gesehen.
Die deutsche Nettoersatzquote wird voraussichtlich nur 53,3 Prozent betragen, was unter dem OECD-Durchschnitt von 63,2 Prozent liegt. Angesichts der bereits hohen Steuer- und Abgabenquote in Deutschland betont die OECD, dass eine Anhebung des Rentenalters entscheidend sein könnte, um die Renten auch künftig zu sichern.
Zuwanderer schließen im MINT-Bereich Fachkräftelücken

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Ohne Zuwanderung wäre die Fachkräftelücke im MINT-Bereich noch deutlich größer als aktuell. Das zeigt eine Sonderauswertung im aktuellen MINT-Report. Demnach stehen rund 153.000 internationale MINT-Absolventinnen und Absolventen, die in Deutschland studiert haben, für eine Wertschöpfung in Höhe von 14,6 Milliarden Euro. Sie stärken Innovation und Gründungen. Und verringern den Fachkräftemangel, der trotzdem immens ist: Trotz der konjunkturellen Abkühlung fehlen in Deutschland 148.888 Fachkräfte in den naturwissenschaftlichen und technischen Fächern.
Viele Senioren bleiben auch nach 66 im Job
DIW: Sieben Prozent arbeiten über die Renten-Grenze hinaus und stützen den Arbeitsmarkt

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Nach Erreichen der Regelaltersgrenze sind in Deutschland weiterhin sieben Prozent der Menschen ab 66 Jahren erwerbstätig. Das zeigt eine DIW-Studie auf Basis des Mikrozensus 2022.
Die Gruppe arbeitet im Schnitt 19 Wochenstunden und leistet damit einen Beitrag zur Arbeitsfähigkeit der Wirtschaft. Häufig sind ältere Menschen in Berufen tätig, die unter Fachkräftemangel leiden. 23 Prozent der Erwerbstätigen über 66 Jahren arbeiten in sogenannten Engpassberufen – ein ähnlicher Anteil wie bei jüngeren Arbeitnehmern. Die Entscheidung, im Alter weiterzuarbeiten, wird maßgeblich von der individuellen Verfassung beeinflusst: Je besser die gesundheitliche Verfassung und je höher das Ausbildungsniveau, desto höher ist die Erwerbsbeteiligung. Bei guter Gesundheit arbeitet noch rund jeder Fünfte der 66- bis 69-Jährigen.
Arbeitgeber fordern ein Miteinander der Regierung statt Konfrontation
Deutliche Kritik an Aussagen der Bundesarbeitsministerin
Dass die Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas beim Juso Kongress zum Kampf gegen die Arbeitgeber aufruft, lässt Zweifel daran aufkommen, ob die aktuelle Bundesregierung tatsächlich den Ernst der Lage der Unternehmen erkannt hat. „Die jüngsten Äußerungen aus der Bundesregierung lassen Zweifel daran aufkommen, ob der Wert und die Unabhängigkeit der Sozialpartnerschaft allen Beteiligten bewusst sind", sagt Arbeitgeberpräsident Dr. Rainer Dulger. Ein Aufruf zum Kampf gegen Arbeitgeber sei in der Geschichte der Bundesrepublik beispiellos und mit dem Grundverständnis einer gleichberechtigten Sozialpartnerschaft nicht vereinbar. "Die Behauptung, Arbeitgeber denken nur an sich, ist schlicht falsch. Und der Zuruf an die Arbeitgeber, die Rentenreform belaste Arbeitgeber nicht, weil sie aus Steuermitteln finanziert werde, ist ein offenkundiger ökonomischer Irrtum."
EuGH beendet Mindestlohn-Debatte
Ein einem Urteil hat der EuGH die 60-Prozent-Regel sowie weitere zentrale Vorgaben in der europäischen Mindestlohnrichtlinie gekippt. Damit ist eine Anpassung des deutschen Mindestlohn-Gesetzes vom Tisch. Das Gericht verneint zu Recht eine direkte europäische Kompetenz für die Festlegung einheitlicher Lohnuntergrenzen. Das sind gute Nachrichten für Deutschland, denn für das Mindestlohngesetz ergeben sich so keine neuen Anpassungspflichten.
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Im Saarland bleibt jedes 5. Kind ohne Betreuung

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Eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt dramatische Zahlen: Im Saarland fehlen Betreuungsplätze für knapp 19% der unter Dreijährigen. Damit gehört das Saarland nach Bremen und Rheinland-Pfalz zu den Regionen mit der größten Kita-Lücke in Westdeutschland. Gleichzeitig prognostizieren die Forscher einen steigenden Betreuungsbedarf in den kommenden Jahren - unter anderem wegen der von der Landesregierung angekündigten Beitragsfreiheit. Hier klafft eine ideologische Schere: Statt in kostenlose Kita-Plätze sollte die Politik lieber in eine bessere Betreuungsqualität und eine bessere Abdeckung investieren. In Mecklenburg-Vorpommern beträgt die Betreuungslücke nur vier Prozent. Der rasche Ausbau der Betreuungsinfrastruktur ist im Saarland dringend notwendig, um Familien zu entlasten und die notwendigen Fachkräfte für unsere regionale Wirtschaft zu sichern.
Die MINT-Lücke gefährdet die Transformation
In Deutschland fehlen immer mehr MINT-Fachkräfte. Im September gab es 418.200 offene Stellen in MINT-Berufen. Demgegenüber standen 226.300 arbeitslos gemeldete Menschen, die nach einem entsprechenden Job suchen.
Tarifzwang ist der falsche Weg
Auch nach dem Bruch der Ampel-Koalition hält die Regierung am Tariftreuegesetz fest. Das Gesetz verpflichtet Unternehmen, vorgegebene Tarifbedingungen einzuhalten, wenn sie sich für öffentliche Aufträge bewerben.
Baby-Boomer-Lawine
Auf die Vielzahl der Baby-Boomer, die jetzt in den Ruhestand eintreten, ist die Regierung nicht vorbereitet. Deshalb muss die Regierung jetzt dringend die Dynamisierung der Altersgrenze angehen.
IWD - volkswirtschaftliche Entwicklungen in Kürze
In der Volkswirtschaft geht nichts einfach. Viele Entwicklungen bedingen sich gegenseitig, so dass geänderte Rahmenbedingungen häufig mit Nebenwirkungen einhergehen. Wer sich für volkswirtschaftliche Entwicklungen interessiert, findet mit dem IWD-Newsletter eine interessante Sammlung aktueller Entwicklungen - übersichtlich und schnell erklärt.
