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Mobiles Arbeiten fällt auch künftig nicht weg

Wie geht es weiter mit dem mobilen Arbeiten nach der Pandemie? Der Wegfall der Homeoffice-Pflicht wird jedenfalls nicht zu einer sofortigen Rückkehr aller Beschäftigten in die Unternehmen führen, ist VSU-Hauptgeschäftsführer Martin Schlechter überzeugt.

Das mobile Arbeiten wird auch nach dem Wegfall der Homeoffice-Pflicht weiter bestehen bleiben, sagt VSU-Hauptgeschäftsführer Martin Schlechter. Schon frühzeitig habe sich dieses Instrument im Rahmen der Pandemie als Mittel zur Kontaktreduzierung bewährt. „Viele Unternehmen haben mobiles Arbeiten bereits vor der gesetzlich verordneten Homeoffice-Pflicht angeboten. Es wird auch nach dem Wegfall einer Angebotspflicht am 1. Juli weiter genutzt werden, weil es für beide Seiten – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – Vorteile mit sich bringen kann“, sagt er.

Es sei allerdings nur ein Weg gewesen, die Beschäftigten im Rahmen der Pandemie vor Ansteckung zu schützen. Wo Homeoffice nicht möglich war, haben Unternehmen umfassende weitere Schutzmaßnahmen wie Abstandsregeln und Trennwände eingeführt. „Die Arbeitgeber haben damit gezeigt, dass sie eigenverantwortlich ihren Beitrag zur Pandemiebekämpfung leisten.“

Mobiles Arbeiten ist nicht an eine politisch verordnete Homeoffice-Pflicht gekoppelt, sondern ist seit vielen Jahren ein Instrument, um Arbeit zu flexibilisieren. Angesichts der guten Erfahrung im Rahmen der Pandemie haben viele Unternehmen bereits angekündigt, ihre Strategie zum mobilen Arbeiten noch auszuweiten. „Homeoffice kann in den Fällen, in denen es möglich und von den Beschäftigten auch gewünscht ist, beiden Seiten mehr Flexibilität verschaffen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stärken“, sagt Schlechter. „Es hat aber auch seine Schattenseiten. Nicht jede Arbeitsaufgabe kann von Zuhause erledigt werden, und die lange Homeoffice-Phase in der Pandemie zeigt auch, dass die interne Abstimmung und zwischenmenschliche Kommunikation zu kurz kommen können – trotz moderner Kommunikationstechnik. Das empfinden auch die Beschäftigten häufig so.“

Hinzu kommt ein weiterer Aspekt, den das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit, IAB, im vergangenen Jahr herausgearbeitet hat: Fast zwei Drittel der Beschäftigten, die bisher kein Homeoffice genutzt haben, möchten dies nicht, weil sie Beruf und Privatleben trennen wollen.

Das von Bundesarbeitsminister Heil angestrebte Recht auf mobiles Arbeiten – ganz unabhängig von Corona ­– lehnt Schlechter ausdrücklich ab. „Solch ein Recht ist nicht nötig. Vielmehr wird es wegen möglicher Streitfälle zu zahlreichen Prozessen führen und damit die bereits überlasteten Arbeitsgerichte noch weiter belasten. Am Ende besteht die Gefahr, dass der Staat ein nützliches Instrument überreguliert, für die betriebliche Praxis unbrauchbar macht und zum Ladenhüter degradiert.“ (Quelle: VSU)

Home-Office
Foto: iStock/Jacob Wackerhausen